Financieel Dagblad: Das Jahr, in dem Stress einen Platz am Vorstandstisch bekam

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Financieel Dagblad: Das Jahr, in dem Stress einen Platz am Vorstandstisch bekam

Rückblickend auf das Jahr 2025 kommen wir nicht mehr daran vorbei: Stress ist kein individuelles Problem mehr, kein reines HR-Thema und kein vorübergehender Nebeneffekt. Stress hat sich in vielen Organisationen zu einer strukturellen Störung von Produktivität, Führung und Kontinuität entwickelt.

Manager und Führungskräfte waren im vergangenen Jahr täglich mit Unruhe am Arbeitsplatz konfrontiert. Denken Sie an Reibungen in Teams, eine höhere emotionale Belastung oder an Meetings, die in operativen Sorgen versandeten. Das Löschen von Bränden wurde allzu oft zum Standardmodus. Häufig wurde das Problem auf die HR-Abteilung abgewälzt – als ob Stress etwas wäre, das man einfach „nebenbei“ managt. HR-Abteilungen sind selbst oft schon überlastet und unterbesetzt, sodass viele Organisationen noch immer nach dem richtigen Ort für dieses Thema suchen.

Mehr als nur Arbeitsdruck
Es ist wichtig zu erkennen, dass Stress am Arbeitsplatz nicht ausschließlich durch Arbeitsdruck, Zielvorgaben oder private Probleme erklärt werden kann. Die Gesellschaft steht strukturell unter Spannung, da sich Unsicherheit, Angst und Leistungsdruck anhäufen. Wirtschaftliche Instabilität, geopolitische Bedrohungen, Digitalisierung, ständige Erreichbarkeit und sozialer Vergleich sind keine abstrakten Begriffe mehr. Sie sind die tägliche Realität von Mitarbeitenden, Führungskräften und Vorständen.
Viele Menschen wünschen sich mehr Perspektive. Nicht nur Karriereperspektiven, sondern Existenzsicherheit, Ruhe und Kontrolle. Das sickert unweigerlich in die Organisationen durch. Im vergangenen Jahr spiegelte sich dies in nahezu allen Studien zu Arbeitsstress und psychischer Gesundheit wider. Und wir hörten es immer häufiger in den Nachrichten: Stressbeschwerden nehmen zu, Burn-out verschiebt sich in jüngere Altersgruppen und Fehlzeiten werden langwieriger.

Einer von sechs Beschäftigten
Im Jahr 2025 fiel einer von sechs Mitarbeitenden aufgrund von Stress oder Burn-out-Symptomen aus. Und diese Zahl steigt weiter. Zudem handelt es sich immer häufiger um junge, hochqualifizierte Fachkräfte. Menschen mit Ambition, Engagement und Talent – genau jene Gruppe, auf die Organisationen für die Zukunft bauen. Darüber hinaus ist ein stressbedingter Ausfall selten ein Einzelfall. Fällt ein Mitarbeitender aus, folgen Nummer zwei und drei oft rasch nach. Nicht weil Stress „ansteckend“ ist, sondern weil das System, in dem gearbeitet wird, strukturell unter Spannung steht.

Die finanzielle Realität
Ein erkrankter Mitarbeiter kostet ein Unternehmen durchschnittlich 400 bis 600 € pro Tag. Bei langfristigen Ausfällen können die Kosten auf 80.000 bis 100.000 € pro Mitarbeiter und Jahr ansteigen. Das sind die sichtbaren Kosten wie Lohnfortzahlung, Ersatzkräfte und Produktivitätsverluste. Die unsichtbaren Kosten können darüber hinaus beträchtlich sein. Man denke unter anderem an den Verlust von Wissen, sinkende Teammoral und die gestiegene Arbeitsbelastung für Kolleginnen und Kollegen. Hinzu kommt, dass die Rückkehr eines Mitarbeitenden nach einem stressbedingten Ausfall alles andere als selbstverständlich ist. Gerade deshalb ist die Investition in Prävention im Vergleich zu den Ausfallkosten mit geringem Aufwand verbunden.

Unterschätzung vermeiden
Eines der größten Missverständnisse rund um Stress ist, dass es sich um ein „weiches“ Thema handele. Etwas für Coaching oder Achtsamkeit am Rande der Organisation. Doch Stress ist ein biologisches, psychologisches und organisatorisches Phänomen. Er beeinflusst das Denken, das Verhalten, die Entscheidungsfindung und die Zusammenarbeit. Chronischer Stress verengt die Perspektive, erhöht die Reaktivität und verringert die Fähigkeit vorauszuschauen – genau das, was Organisationen in komplexen Zeiten brauchen.
Deshalb ist es wichtig, nicht nur auf Vorfälle zu reagieren, sondern vor allem die zugrunde liegenden Ursachen in den Blick zu nehmen. Zu oft reagieren Unternehmen erst dann, wenn jemand ausfällt, anstatt bereits dann einzugreifen, wenn das System Signale sendet. Und diese Signale gibt es immer – lange bevor sich jemand krankmeldet.

2025 als Wendepunkt
Wir sprechen darüber mit Diana de Koning, CEO der Academie voor Stressmanagement. „Ich schlage schon seit geraumer Zeit Alarm. Nicht aus Schwarzmalerei, sondern aus Dringlichkeit. Wenn wir nichts ändern, sehe ich Stress im Jahr 2030 zur Volkskrankheit Nummer eins werden.“
Dennoch sieht sie positive Signale: „Im Jahr 2025 haben Organisationen gezeigt, dass es auch anders geht – dass Prävention kein Kostenfaktor ist, sondern eine strategische Investition. Und dass mentale Resilienz, Ruhe und Fokus kein Luxus sind, sondern Grundvoraussetzungen für gesunde Führung und nachhaltige Leistung.“

Es beginnt mit Erkenntnis
Der erste Schritt ist immer die Erkenntnis. Nicht auf Basis von Annahmen oder Bauchgefühl, sondern auf Grundlage von Daten. Zu verstehen, wo Stress entsteht, wie er sich manifestiert und welche Muster sich in Teams und Organisationen wiederholen. „Von uns entwickelte Instrumente wie der Stress Master Questionnaire (SMQ) machen Stress messbar und besprechbar – ohne Wertung, ohne Stigmatisierung. Sie bieten einen objektiven Ausgangspunkt für Gespräche sowie Richtlinien und helfen Organisationen, gezielt zu steuern, anstatt reaktiv zu handeln.“

Vom Messen zum Handeln
Erkenntnis allein reicht nicht aus. Es erfordert eine Begleitung, die über isolierte Interventionen hinausgeht. Ein effektives Stressmanagement setzt auf drei Ebenen an: Mindset, Verhalten und Umfeld. Wie Menschen denken. Wie sie unter Druck handeln. Und wie die Organisation strukturiert ist.
Die Methoden, die das Centrum voor Stressmanagement und die Academie voor Stressmanagement einsetzen, sind wissenschaftlich fundiert und praxisnah anwendbar. Nicht um Stress komplett zu verbannen – das ist unmöglich –, sondern um Stress für Organisationen arbeiten zu lassen, statt gegen sie.

Ruhe und Fokus
als strategische Entscheidung. Rückblickend auf das Jahr 2025 ist eine Schlussfolgerung unumgänglich: Organisationen, die Stress weiterhin als Nebensache betrachten, zahlen dafür einen immer höheren Preis. Organisationen, die es wagen, in Erkenntnis, Prävention und Begleitung zu investieren, bauen Resilienz, Arbeitszufriedenheit und nachhaltige Leistung auf.
Ruhe und Fokus am Arbeitsplatz entstehen nicht von selbst. Sie sind das Ergebnis bewusster Entscheidungen.
Die Frage ist nicht, ob Stress Ihre Organisation betrifft. Die Frage ist: Was machen Sie aus dieser Erkenntnis?

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Stress ist kein individuelles Problem, sondern ein Systemproblem. „Wenn in einer Organisation immer wieder Menschen ausfallen, liegt das nicht an all diesen Individuen. Und es funktioniert nicht, die Lösung beim Mitarbeiter abzuladen“, erklärt Inhaberin/Geschäftsführerin Diana de Koning vom Centrum voor Stressmanagement.

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